Inspiration Meine größte Stärke Stories

„Meine größte Stärke ist meine Zähigkeit.“ Indre Zetzsche, Kommunikationsberaterin und Bloggerin

28. Februar 2017

Meine größte Stärke – meine neue Blogreihe geht weiter. Und die vielen wunderbaren Reaktionen auf den ersten Post zeigen mir, wie wichtig Ehrlichkeit und Authentizität sind. Immer schon und vielleicht jetzt besonders. Danke!

Indre Zetzsche und ihr wundervoller Blog M i Ma  stehen seit langem ganz oben auf meiner wöchentlichen Leseliste. Ich bewundere ihre klugen Worte und differenzierten Gedanken sehr, und ihre offene Worte und Ehrlichkeit auf meine Frage haben mich sehr berührt:

Bloggerin Indre Zetsche von M i Ma.       Foto: Manfred Vogel

„Nach meinen größten Stärken und Schwächen wurde ich bisher nur in Bewerbungsgesprächen gefragt, und so fielen mir im ersten Moment auch nur die Seiten ein, die sich vor allem im Arbeitsleben als vorteilhaft erweisen, meine Kreativität und meine Entscheidungsfreude. Aber das greift zu kurz. Ich glaube, meine wirklich größte Stärke ist das, was ich meine “Zähheit” nenne und in der Psychologie “Resilienz” heißt: die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch das Zurückgreifen auf die eigenen Ressourcen konstruktiv zu nutzen.

Mein Leben war nicht immer heiter. Bis ich mit 20 Jahren erstmals Mutter wurde, war es – um in der Sprache der Meteorologie zu bleiben – hin und wieder recht bewölkt.

Insbesondere meine Jugendzeit bot allen Stoff, um daraus eine Geschichte des Scheiterns zu schreiben: Scheidung, Magersucht, Schulabbruch, Gewalterfahrungen. Es hätte verdammt schief gehen können. Aber irgendwie habe ich mich immer wieder am eigenen Schopfe packen und aus dem Sumpf ziehen können – auch oder vielleicht vor allem, weil ich mich anderen anvertrauen konnte.

Mein Studium beispielsweise hätte ich nicht so geschafft, wenn da nicht die zwei Professorinnen gewesen wären, die fest an mich glaubten. Ich selbst konnte das nicht; zwischen all den eloquenten “Akademikerkindern” fühlte ich mich immer irgendwie “falsch” und war stets auf der Hut, weil ich befürchtete, dass gleich jemand kommt und mich des Gebäudes verweist, weil ich hier nicht hingehöre. Auf der anderen Seite konnte mir einfach nicht vorstellen, dass sich diese zwei großartigen Frauen so arg täuschen sollten. Wenn sie an mich und mein Können glaubten, musste ja was dran sein. Das hat mir geholfen, Rückschläge wegzustecken und Ängste zu überwinden – ich hatte zum Beispiel furchtbare Angst, ja, fast schon Panik davor, vor Menschen zu sprechen. Dieses krasse “Lampenfieber” hielt übrigens ziemlich lange an: Erst seit gut sechs Jahren muss ich mich nicht mehr zwei Wochen vor einem “Auftritt” akupunktieren lassen.“

 

Titelfoto: Katharina Küllmer

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21 Comments

  • Reply »Zähigkeit ist meine größte Stärke.« M i MA bei feingedacht | M i MA 1. März 2017 at 08:07

    […] „Meine größte Stärke ist meine Zähigkeit.“ Indre Zetzsche, Kommunikationsberaterin u… […]

  • Reply Christine Finke 1. März 2017 at 08:42

    Sehr gerne gelesen – ich weiß schon, warum ich Indre so schätze. Jetzt aber mit etwas mehr Hintergrund. Grüße von einer, die auch enorm zäh ist, und die sich an der Uni genauso fühlte!

    • Reply Sonja 1. März 2017 at 08:59

      Vielen Dank, Christine, das freut mich sehr! Herzliche Grüße, Sonja

    • Reply M i MA 1. März 2017 at 15:05

      Oh, danke. Das freut mich sehr, liebe Christine.

  • Reply Nora 1. März 2017 at 09:16

    DAS ist eine wundervolle Serie! Danke…. ich werd mich gleich einmal weiter umschauen auf deinem Blog – schön, dass ich dich durch die FB Seite „gefunden“ hab 🙂

    GGLG aus Österreich!
    Nora

    • Reply Sonja 1. März 2017 at 09:42

      Liebe Nora, 1000 Dank, wie schön, dass dir die Serie so gut gefällt. Lustigerweise habe ich dich auch gerade gestern „entdeckt“, ich komm´dann mal zum Stöbern vorbei 😉 Liebe Grüße, Sonja

  • Reply Frau M. vom ZehntenStockLinks 1. März 2017 at 10:25

    Tolle neue Reihe. MiMa mag ich sehr, lese möglichst regelmässig bei ihr und meiner Meinung nach kommt ihre Stärke auch da schon direkt zum Vorschein. Ich gehe mal in deinem Blog stöbern – kenne ich noch garnicht.
    Dicken Gruss aus der Hauptstadt!

    • Reply Sonja 1. März 2017 at 10:52

      Hallo Maike, 1000 Dank, wie schön, dass dir die Reihe gefällt. Liebe Grüße, Sonja

    • Reply M i MA 1. März 2017 at 15:06

      Danke für deine schönen Worte. Freut mich arg. 🙂

  • Reply diephotographin 1. März 2017 at 14:52

    Schöne neue Blog Reihe, macht jetzt schon Lust auf mehr.
    Und regt zum nachdenken an, über die eigene Stärke und überhaupt. Danke.

    Lieben Gruß | Barbara

  • Reply M i MA 1. März 2017 at 15:07

    Liebe Sonja, danke, dass du mich gefragt hast im Rahmen dieser schönen Serie. LG I.

    • Reply Sonja 1. März 2017 at 17:55

      Liebe Indre, ich danke dir sehr! Liebe Grüße, Sonja

  • Reply Volle Lotte 1. März 2017 at 16:19

    Unglaublich was für tolle Serien ich heute entdecke. Danke dafür es ist eine wunderbare Idee.

    LG
    Silvia

    • Reply Sonja 1. März 2017 at 17:54

      Danke dir sehr, liebe Silvia!

  • Reply Minza will Sommer 1. März 2017 at 19:40

    Indre… Immer mal wieder lese ich, neben ihrem klugen und tiefschönen Blog, ihre guten Antworten auf gute Fragen. Ich entdecke in Zeilen immer wieder Ähnlichkeiten zu mir selbst und nehme eine gehörige Portion zum weiteren Sein und Werden mit. Danke x 2 !

    Liebe Grüße . Maren

    • Reply Sonja 1. März 2017 at 20:02

      So schön gesagt, liebe Maren, 1000 Dank!

    • Reply M i MA 2. März 2017 at 05:29

      Danke dir für deine Worte. LG I.

  • Reply Lynn | Küchenkränzchen 1. März 2017 at 21:52

    Ein tolle Rubrik! Bin gespannt auf die nächsten Beiträge und Interviewten. Freue mich dass ich deine Blog heute entdeckt habe. Viele Grüße Lynn

    • Reply Sonja 2. März 2017 at 09:18

      Liebe Lynn, das freut mich sehr, 1000 Dank!

  • Reply Weimar im Fokus von M i MAs Wochenrückblick | M i MA 3. März 2017 at 07:40

    […] GEFREUT: über das schöne Feedback zu meiner Antwort bei feingedacht. […]

  • Reply Hazel Rosenstrauch über die Frage "Was tun?" | M i MA 15. März 2017 at 06:00

    […] 2. {manchmal auch 3.} Mittwoch im Monat hinterfragt meine Freundin und einstige Lehrerin Hazel Rosenstrauch das aktuelle »Weltgeschehen« mit kulturhistorischer Anteilnahme. Ihre erste […]

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