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    Fein gedacht Interview Stories Storytelling

    „Höre auf Deinen Bauch und Dein Herz.“ Ein „Fein gedacht“-Interview mit Henrike Schoen von „bastisRIKE“

    20. Januar 2015

    Handgemachte Stempel mit wundervollen Kalligraphie-Schriftzügen und zarten Blumen-Motiven, tolle Papeterie mit unverwechselbarer Grafik und natürlich die stylische Webdecke „The Grid“ – das Label „bastisRIKE“ steht schon seit einigen Jahren auf meiner Favoritenliste.

    Ich war daher happy, dass Rike zwischen neuen Entwürfen und Umzug Zeit für meine Fragen gefunden hat. Im „Fein gedacht“-Interview erzählt sie, wie „bastisRIKE“ entstanden ist, verrät ihre Wünsche und Ziele für 2015 und gibt anderen Gründern Tipps für Bauchgefühl, Herz … und deutsche Bürokratie.

    bastisRIKE-Gründerin Henrike Schoen.

    bastisRIKE-Gründerin Henrike Schoen.

    Hinter jeder guten Geschäftsidee steht ein fein gedachtes Konzept. Manchmal aber ist es auch nur ein feiner Zufall, der zum Erfolg führt.

    Wie war es bei dir, Rike? Wie ist „bastisRIKE“ entstanden? 



    Henrike Schoen: „bastisRIKE“ entstand in den letzten Jahren meines Fotografie-Studiums  an der Kunsthochschule in Leipzig. Zu der Zeit habe ich aus einer grundlegenden Unzufriedenheit heraus begonnen, mich fernab des Studiums gestalterisch auszuprobieren. 
Meine Inspiration waren zu der Zeit ausländische Blogs von Gestaltern und Kunsthandwerkern, die mir neue Möglichkeiten aufzeigten, die eigenen Arbeiten zu präsentieren oder auch zum Kauf anzubieten.

    Das führte dann – kurz gefasst – 2009 zu meinem DaWanda Shop, in dem ich zu Beginn ausschließlich Stempel anbot.

 Es gab also kein durchdachtes Konzept, kein Startkapital, keinen Business Plan. Vielmehr habe ich aus Bauch und Herz heraus agiert. Zu meinem Glück wurde dieses Nicht-Konzept dort draussen positiv angenommen. Und so durfte bastisRIKE wachsen, sich ausprobieren und verändern und zu dem formen, was es heute ist.

    Photo: bastisRIKE c/o Henrike Schoen

    Photo: bastisRIKE c/o Henrike Schoen

    Du hast seit Herbst letzten Jahres „The Grid Blanket“, eine wunderschöne Kuscheldecke, neu im Sortiment. Wie enstehen deine Entwürfe und Produkte? Was inspiriert dich?



    Henrike Schoen: Die Inspiration steht am Anfang einer Produktentwicklung. Genaugenommen betrachte ich sie aber losgelöst vom Produkt, denn nur in seltenen Fällen fallen Gestaltungs- als auch Produktidee zusammen. 
Ich versuche, mit offenen Augen unterwegs zu sein, online wie offline. Die Inspiration lauert überall, auch wenn sie sich gerne mal versteckt. In der Regel findet sich dich unverhofft und leider nicht auf Zuruf.

    Meine Entwürfe haben eines gemein, sie entstehen handgemacht. Ob es nun Tuschezeichnungen für die „Grid“-Webdecke sind oder Papierschnitte und Schriftzüge für Papeterie und Stempel. Ich habe eine Vorliebe für das Analoge, die sich auch in meinen Arbeiten wiederspiegelt.
 Die Umsetzung, die dem Entwurf folgt, liegt zwar immer häufiger nicht in meinen Händen, aber an diesem Punkt greift dann mein Anspruch nach Nachhaltigkeit, der bastisRIKE in meinen Augen kennzeichnet: Möglichst umweltschonende Materialien und Produktionswege sind die Voraussetzung für ein neues Produkt. Die Fertigung erfolgt deswegen ausschließlich in Deutschland, und ich möchte auch zukünftig die Zusammenarbeit mit kleinen Manufakturen und lokalen Handwerksbetrieben weiter ausbauen.

    Photo & styling: STUDIO OINK (All Rights Reserved) http://studiooink.de/

    Photo & styling: STUDIO OINK (All Rights Reserved)

     

    Welche Ziele und Wünsche hast du für dein Label? Und was würdest du kreativen Gründern raten?

    Henrike Schoen: In diesem Jahr hat die Verbesserung meiner Arbeitsbedingungen höchste Priorität. Seit dem Wegzug aus Leipzig vor fast vier Jahren habe ich kein Arbeitszimmer mehr und arbeite aus dem Wohnzimmer heraus. Ein Lagerraum fehlt außerdem. Nun steht aber noch in diesem Frühjahr die Rückkehr nach Leipzig an und ich hoffe auf ein Heim, in dem die Arbeit den ihr zustehenden Raum einnehmen kann. Die jetzige Situation war und ist mehr als kräftezehrend.

    Daneben möchte ich natürlich auch neue Pläne für bastisRIKEs Produktsortiment schmieden und umsetzen. Hierfür fehlte mir in den letzten Wochen und Monaten sowohl Zeit als auch Muße. Will sagen, auch meine Arbeitsorganisation bedarf einiger Verbesserungen, damit das kreative Arbeiten wieder zum festen Bestandteil meines Alltags werden kann.
 bastisRIKE soll auch weiterhin auf gesunde Weise wachsen und ich freue mich schon auf das, was kommt.

    Mein Rat für kreative Gründer: Glaube an Dich, sei fleißig, bleibe interessiert und lass Dich nicht zu schnell entmutigen. Höre auf Deinen Bauch und Dein Herz. Mach hin und wieder einen Schritt zurück und prüfe das, was ist. Soll und darf es so bleiben? Nein? Dann versuche es besser.
 Und obacht, unterschätze nicht die deutsche Bürokratie. Tausch Dich aus, mach dich schlau und frage nach.
 Gestalte.

    Vielen Dank für das Interview, Rike!

    „bastisRIKE“ im Web: Homepage, Blog, Facebook, Instagram

    Foto und Styling für „The Grid“: Studio Oink

    Photo: bastisRIKE c/o Henrike Schoen

    Photo: bastisRIKE c/o Henrike Schoen

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