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Stefanie Luxat

    Fein gedacht Interview Stories Storytelling

    „Erfolg ist, das zu tun, was einen von Herzen glücklich macht.“ Fein gedacht. Interview mit Stefanie Luxat, Buchautorin, Journalistin und Bloggerin

    27. Oktober 2015

    Stefanie Luxat ist der Sonnenschein meiner Facebook-Timeline. Ob sie auf ihrem Blog „Ohhh… Mhhh…“ tolle Fotos von schönen Wohnungen oder eine ihrer herrlich pointierten Kolumnen postet, sie verschönert mir immer den Tag. Noch dazu ist Stefanie ein kreativer Wirbelwind mit immer neuen, tollen Projekten und Ideen, sodass es nie langweilig mit ihr wird. Im „Fein gedacht.Interview“ erzählt sie, was Glück und Erfolg für sie bedeuten und warum Lässigkeit und gesunder Egoismus so wichtig sind.

    Buchautorin, Journalistin, Bloggerin: Stefanie Luxat. Foto: Brita Sönnichsen

    Buchautorin, Journalistin, Bloggerin: Stefanie Luxat. Foto: Brita Sönnichsen

    Hinter jeder guten Geschäftsidee steht ein fein gedachtes Konzept. Manchmal aber ist es auch nur ein feiner Zufall, der zum Erfolg führt. Wie war es bei dir, Stefanie? Du bist Journalistin, Bloggerin, Buchautorin, DIY-Wohnexpertin – du bist deine eigene Marke. Wie ist all das entstanden?

    Stefanie Luxat: „Bei mir war es eher der feine Zufall. Als ich 2009 meinen Blog gestartet habe, war ich Redakteurin beim Magazin „stern“ und schwer verliebt in amerikanische Lifestyle-Bloggerinnen, die sich ganz selbstbewusst viel zutrauten: Styling, Kochen, Fotografieren, Art Direction. Sie schienen furchtlos, sich selbst und neue Trends auszuprobieren und ihre Erfahrungen und viele Ideen online zu teilen. Ich fühlte mich davon schwer inspiriert und dachte irgendwann, das probiere ich auch aus. Weil ich nicht von Anfang an, neben meinem Vollzeitjob, den Blog gleich auf dem Niveau produzieren konnte, wie ich es von meinem Job gewohnt war und es im Kopf hatte, bloggte ich erstmal unter Pseudonym und mit einer großen Sonnenbrille auf meinem Profilbild.

    Und dann hat Stück für Stück das eine das andere ergeben. Mir gefiel irgendwann, was ich tat auf dem Blog, es kamen immer mehr Leser, und als ich Ressortleiterin bei „Brigitte“ war, hatte ich meine erste Buchidee, wovon ich immer geträumt hatte. Als die Verlage sahen, dass es ein Bestseller wird, meldeten sich schnell auch andere Verlage, mittlerweile ist Buch Nummer vier erschienen und jetzt arbeite ich als freie Journalistin, Buchautorin und Bloggerin und bin gerade sehr glücklich damit.“

    Foto: Bernd Ebsen

    Foto: Bernd Ebsen/Callwey „Herzlich Willkommen“

    Gerade ist dein neues Buch „Herzlich Willkommen“ rund um das Thema Einladen erschienen. Was sind die wichtigsten Tipps, die man als Gastgeber unbedingt beherzigen sollte? Bzw. was ist das Schlimmste, was man als Gastgeber tun kann?

    Stefanie Luxat: „Ich glaube daran, dass ein gesunder Egoismus in den meisten Lebenslagen sehr förderlich ist. Ich war diese Woche mit einer Freundin essen, die auch Mama ist. Wir kamen auf dieses gern genutzte Bild der Flugzeugabsturzsituation, in der es immer heißt, setzen Sie sich bei Druckverlust immer erst selbst die Sauerstoffmaske auf und versorgen Sie dann andere. Und genau so ist es als Mutter, Ehefrau, Berufstätige und auch als Gastgeberin: Wenn es uns selbst nicht gut geht, uns das, was wir tun, keinen Spaß macht, dann ist das auch für alle anderen blöd. Seien es die Kinder, Kollegen oder Gäste. Deshalb versuche ich mir bei all der Zeitnot, die man oft als Mama und Berufstätige hat, trotzdem immer wieder Zeit für mich zu nehmen.

    Wenn ich Gäste eingeladen habe, macht es mir z.B. irre viel Spaß, schöne Blumen zu kaufen, die schon am Tag vorher und die Tage danach die Wohnung schmücken, beim Kochen ein Glas Wein (oder aktuell ein antialkoholisches Getränk) zu trinken. Ich möchte auch einen schönen Abend haben, wenn die Gäste kommen. Und das wiederum merken die Gäste und fühlen sich entsprechend wohl, wenn ich mich genau so gut um sie wie auch um mich kümmere. Lässigkeit ist als Gastgeberin eine gute Sache, besonders, wenn viel schief geht, das Essen anbrennt, jemand Rotwein quer über den Tisch schießt, was auch immer. Dann haben es die Gastgeber in der Hand, ob sie alle mit ins Dramatal reißen oder einfach von Herzen laut lachen.“

    Foto: Bernd Ebsen

    Foto: Bernd Ebsen/Callwey „Herzlich Willkommen“

    Man hat den Eindruck, dass alles, was du anpackst, auch gelingt. Ziehst du das Glück an?

    Stefanie Luxat: „Oh, das ist nicht die Bohne so. Gott sei Dank, glaub ich. Wie langweilig das wäre, wenn alles gelingen würde. Dann würde man ja auch nichts mehr dazulernen. Ich scheitere regelmäßig und muss mir dann neue Lösungswege überlegen. Und wenn ich Erfolg mit etwas habe, dann habe ich verdammt hart dafür gearbeitet. Das sieht man von außen vielleicht nicht, wie unglaublich viel Arbeit zum Beispiel in einem Buch steckt und was man alles gewuppt hat, wenn es Erfolg hat, aber halleluja, das ist oft sehr hart. Glück habe ich aber auch. Ich habe einen großartigen Ehemann, den ich sehr liebe und der mich unglaublich unterstützt. Wir haben eine gesunde, ganz tolle Tochter und bekommen nächstes Jahr unser zweites Kind. Das plus mein Berufsleben und unsere Freunde ist alles, was ich mir immer im Leben gewünscht habe, mein großes Glück.“

    Bitte ergänze : Erfolg ist … und Erfolg ist nicht …

    Stefanie Luxat: „Ich würde unser schönes Gespräch gern positiv beenden, deshalb fang ich mit dem negativen an: Erfolg ist nicht, die Ansprüche anderer zu erfüllen. Erfolg ist, das zu tun, was einen von Herzen glücklich macht.“

    1000 Dank, liebe Steffi!

    Stefanie Luxat im Netz: Blog, Facebook, Instagram

    Stefanie Luxats neues Buch „Herzlich Willkommen“ ist im Callwey Verlag erschienen.

    Foto: Nina Holst

    Foto: Nina Holst/ Callwey „Herzlich Willkommen“

     

     

     

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